Ironman Lanzarote 26.05.2018 - Andreas Hauck

Nach meinem Hawaii Finish in 2001, fehlte mir auch noch der legendäre IRONMAN Lanzarote, der der härteste IRONMAN der Welt sein soll und mit „THE TOUGHEST IRONMAN IN THE WORLD“ bezeichnet wird. Nun galt es, sich in Anbetracht der nur fünfmonatigen Vorbereitungszeit für den Start Ende Mai gezielt vorzubereiten. Dabei lag der Schwerpunkt – aufgrund der 180 km Radstrecke mit 2508 Höhenmetern und starkem Wind – nicht nur auf dem Radfahren, sondern auch auf eine genau berechnete Wettkampfernährung bestehend aus Kohlenhydrat Gels und Salztabletten.  

Insbesondere das Thema Wettkampfernährung war für mich entscheidend wichtig, um nicht wieder ein Desaster wie beim IRONMAN Italy Ende September letzten Jahres zu erleben. 

Nach knappen 4000 Radkilometern, 900 Laufkilometern und weiteren Schwimmkilometern war nun das Training abgeschlossen. Auch der genau berechnete Plan für die Wettkampfernährung stand

Jetzt war am 26. Mai der Tag der „Wahrheit“ gekommen und die Anspannung bei den letzten Vorbereitungen in der Wechselzone in Puerto del Carmen war zu spüren. Jedoch mit dem Schwimmstart pünktlich um 7 Uhr bei vorerst leichter Bewölkung und einer Wassertemperatur um die 19 Grad fiel alles ab und der Atlantischen Ozean wurde mit dem Massenstart aller ca. 1800 Triathleten zum „kochen“ gebracht. Bei diesem nicht mehr üblichen Start war natürlich das Gerangel groß und an einem ruhigen freien schwimmen war nicht zu denken. Hierbei mussten zwei Runden geschwommen werden, wobei die erste Runde aus einem Landgang – dem sogenannten „Australian exit" – bestand. Trotzdem war ich nach der doch etwas längeren Schwimmstrecke über dann 4 km, mit meiner Schwimmzeit von 01:05:52 Stunden recht zufrieden.

Nach dem Wechsel ging es nun auf die anspruchsvolle 180 km Radstrecke, die nicht nur durch die 2508 Höhenmeter, sondern auch durch den auf Lanzarote typischen Wind mit einer Stärke von ca. 30 km/h geprägt war. Hierbei verlief der Einrundenkurs über die eindrucksvollsten Streckenabschnitte wie die Lavafelder am Meer (El Golfo), die Feuerberge (Timanfaya), Haria, die Küstenauffahrt zum Mirador del Rio und wieder zurück in die Wechselzone in Puereto del Carmen.  

So ging ich das Radfahren moderat an, um noch gut den abschließenden Marathon zu überstehen. Voraussetzung hierfür war natürlich auch meine zeitlich getaktete Nahrungsaufnahme, die meine Radzeit von 06:33:03 Stunden kurzweilig erschienen lies. Somit bin ich einigermaßen in meiner anvisierten Zeit geblieben.  

Aber den Blick in die wunderschöne Vulkanlandschaft habe ich trotzdem genießen können, wobei man ein „Gänsehaut Feeling“ hatte.

 Jetzt war „nur“ noch in der Mittagssonne der abschließende Marathon über die 42,2 km zu überstehen. Dieser drei Rundenkurs war aber nicht zu unterschätzen, denn das Streckenprofil wurde mit 330 Höhenmeter angegeben. So ging ich wieder „bepackt“ mit Gels und Salztabletten auf die Strecke. Zunächst musste eine große Runde über 20 km von Puerto del Carmen nach Playa Honda und zurück, der größere Streckenabschnitt gelaufen werden. Hierbei hatte ich noch einen guten Kilometerschnitt von 5:20 Minuten. Jedoch konnte ich dieses Tempo über die zwei weiteren kleineren Laufrunden an der Promenade in Puerto del Carmen nicht mehr halten. Meine Beine wurden schwerer, aber immerhin beendete ich den Marathon diesmal ohne Einbruch – mit etwas mehr als geplant – in einer Zeit von 04:08:01 Stunden.

Dies machte dann bei einem unvergesslichen Finish eine Gesamtzeit inkl. der Wechsel von 12:00:42 Stunden aus. Ich hatte mir zwar 11:30 Stunden vorgenommen, war aber am Ende doch sehr zufrieden. Somit belegte ich dann immerhin Platz 32 von 220 in meiner Altersklasse M50 und Platz 382 von 1472 gesamt gefinishten Männern.

Eines ist für mich klar, das war nach Hawaii wirklich der härteste IRONMAN auf der Welt!

Aber ich komme bestimmt wieder.

 

Vielen Dank an Andras Hauck für das Schreiben des Artikels