SCHWIMMCLUB


Edersee Triathlon - 27.06.2026

Am heißesten Wochenende seit Wetteraufzeichnung mussten sich nicht nur die Eisenmänner und -frauen beim IRONMAN in Frankfurt durch den Glutofen kämpfen. Einen Tag vorher hieß es für die Regionalliga Teams des SC Oberursel sich beim 41. Waldecker Edersee Triathlon auf einer klassischen Olympischen Distanz mit der Konkurrenz zu messen bzw. die eigene Hitzetoleranz unter Beweis zu stellen.

v.l.: Ann-Kathrin Sauer, Nele Nieschlag, Claudia Richter

Trotz lebhafter Diskussionen um eine Verkürzung der Strecke aufgrund der extremen Bedingungen, wurde vom Ligaausschuss und dem Veranstalter die Entscheidung getroffen, dass Wettkampfformat aus 1,5 km Freiwasserschwimmen im Edersee, 40 km Radfahren auf einer sehr profilierten Strecke gefolgt von einem ebenfalls profilierten gut 10 km langen Lauf (2 Runden) beizubehalten. Zahlreiche Verpflegungsstellen insbesondere auf der herausfordernden Laufstrecke, sowie eine kalte Dusche (Feuerwehrschlauch) sollten für die Sicherheit der Athleten sorgen.

Kaltes Wasser hätten sich die Teams bei der Auftaktdisziplin gewünscht. Doch selbst der große Edersee hatte sich auf Badewannenniveau aufgeheizt, so dass der Plan, gut abgekühlt auf die heiße Radstrecke zu gehen, nicht aufging.

Für die Damen des SC Oberursel und vermutlich für viele andere Teams, lautete die Devise an diesem Tag „irgendwie ankommen“. Den SCOlerinnen fehlte darüber hinaus eine vierte Frau, so dass alle drei Starterinnen ins Ziel kommen mussten, um ein wertbares Ergebnis zu erzielen. Da niemand so genau weiß, wie der Körper auf diese extremen Bedingungen reagiert, hieß es sehr vorsichtig kontrolliert und mit angezogener Handbremse zu Werke zu gehen.

Nele Nieschlag, Ann-Kathrin Sauer und Claudia Richter bewiesen gutes Körpergefühl und meisterten diese Aufgabe sehr souverän.

Sauer und Nieschlag kamen wie gewohnt weit vorne im Feld aus der mit über 27°C wenig erfrischenden Badewanne und begaben sich auf die anspruchsvolle Radstrecke. Richter fand sich in einer großen Schwimmgruppe wieder, die mit über vier Minuten Rückstand auf die Spitze gut durchgegart aus dem Wasser kam. Da diesmal ein Windschattenverbot herrschte, kämpfen sich alle allein über die selektive Strecke und den flirrenden Asphalt. Nieschlag konnte sich als starke Radfahrerin vorne im Feld behaupten. Richter fuhr nach ca. 30 km an Sauer vorbei. Beide schlugen ein sehr kontrolliertes Tempo an, was unter normalen Umständen eher an eine gemäßigte Trainingseinheit erinnert hätte.

Auf der Laufstrecke wurden die unterschiedlichsten Kühlungsstrategien verfolgt, die von Spezialstirnbändern mit Lamellen, kühlenden Armlingen, Kappen, nassen Handtüchern auf dem Kopf und im Nacken, Schwämmen, Eiswürfeln im Ausschnitt etc. reichten. Jede Verpflegung und Wasserdusche wurden ausgiebig in Anspruch genommen und das Tempo gedrosselt.

Als erste hatte es Nieschlag nach 2:44:24 Stunden auf Platz 7 ins Ziel geschafft. Mit 10 Minuten Rückstand folgte Richter als 13., die für ihre Verhältnisse im Joggingtempo doch noch einige Plätze gutmachen konnte. Sauer folgte routiniert weitere 10 Minuten später auf Platz 20. Somit war das Minimalziel, alle drei Damen gesund ins Ziel zu bringen, erreicht.

Überraschend fiel dann die Auswertung des Teamergebnisses aus. Mit 40 Platzziffern wurden die Damen aus der Brunnenstadt mit einem hervorragenden vierten Platz für die Strapazen belohnt, was die bisher beste Platzierung in der Saison darstellte. Sehr zufrieden konnte man schließlich bei 41,5°C auf die A5 den Rückweg antreten.

Zum Saisonabschluss werden die Teams der Regionalliga noch einen Teamsprint beim Moret Triathlon Ende August bestreiten müssen. Der Klassenerhalt scheint mit den bisherigen Ergebnissen und einer soliden Performance beim letzten Wettkampf in erreichbare Nähe zu rücken.

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